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Laufende Projekte

Steuerung des Heilverfahrens bei psychischen Störungen nach schweren Unfällen

In Zusammenarbeit mit der Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe (BGN) wurde ein IT-gestütztes Tool („T-App“) entwickelt. Nach Eingabe der ermittelten Symptome und der sogenannten ICF-Faktoren (psycho-sozialen Randfaktoren), wird mit einem Algorithmus eine Arbeitsdiagnose bzw. ein erster klinischer Eindruck für den zu bearbeitenden Fall berechnet.

Auch nach der Einführung des Psychotherapeutenverfahrens vor etwa 10 Jahren ist die Steuerung des Heilverfahrens bei psychischen Störungen nach schweren Unfällen für die Sachbearbeiterinnen und Sachbearbeiter der UV-Träger immer noch eine Herausforderung. Für die Steuerung des Falls ist es wichtig den Primärschaden möglichst frühzeitig zu erkennen, damit nach dem Unfall zeitnah die richtigen Maßnahmen eingeleitet werden können.

Empirische Basis ist eine Aktenanalyse von >900 E-Akten von schweren Unfällen, bei denen eine psychische Störung als Unfallfolge festgestellt wurde. In dieser Studie konnten differenzierte Erkenntnisse über die Bearbeitungsprozesse, psychologische Befunde und Diagnosen sowie psycho-soziale Randfaktoren gewonnen werden (siehe Literatur). Es blieb die Frage offen, wie die komplexen Ermittlungen in einer einfachen Weise noch besser für die Sachbearbeitung genutzt werden können.

Aus dieser ersten Studie wurde deshalb ein Umsetzungsprojekt abgeleitet. Ziel dieses Projekts in Zusammenarbeit mit der BGN war es den Sachbearbeiterinnen und Sachbearbeitern ein IT-gestütztes Instrument zur Verfügung zu stellen, mit welchem sie einen ersten klinischen Eindruck über den Fall erlangen können. Auf einer Bildschirmmaske geben sie zunächst die nach Aktenlage oder in einem persönlichen Gespräch mit den Betroffenen ermittelten ICF-Faktoren ein. Das zusammengefasste Ermittlungsergebnis mit einem vorläufigen klinischen Eindruck bzw. einer Arbeitsdiagnose wird ausgegeben.

Parallel zur Entwicklung der T-App wird ein E-Learning Seminar „Psychische Störungen nach schweren Unfällen“ entwickelt, das in einem blended-learning Konzept zusammen mit einem Präsenzseminar eingesetzt werden soll. Beide Teilprojekte werden wissenschaftlich evaluiert.

Ansprechpartner:
Dr. Peter Bärenz
peter.baerenz@remove-this.fsa.de

Veröffentlichungen

J. Krivec, D. Zercher, P. Bärenz Akutintervention bei Psychische Störungen nach Arbeitsunfällen 2020-03-03 18:18:00
J. Krivec, D. Zercher, P. Bärenz

Akutintervention bei Psychische Störungen nach Arbeitsunfällen

In: 21. Workshop Psychologie der Arbeitssicherheit und Gesundheit. Gewalt in der Arbeit verhüten und die Zukunft gesundheitsförderlich gestalten!, Asanger Verlag, 2020.

D. Zercher, J. Krivec, P. Bärenz Der Arbeitsunfall als traumatisches Ereignis: Qualität, Prävalenz und Auswirkung der PTBS-Diagnose im Bereich der gesetzlichen Unfallversicherung 2020-03-03 18:17:00
D. Zercher, J. Krivec, P. Bärenz

Der Arbeitsunfall als traumatisches Ereignis: Qualität, Prävalenz und Auswirkung der PTBS-Diagnose im Bereich der gesetzlichen Unfallversicherung

In: 21. Workshop Psychologie der Arbeitssicherheit und Gesundheit. Gewalt in der Arbeit verhüten und die Zukunft gesundheitsförderlich gestalten!, Asanger Verlag, 2020.

P. Bärenz, J. Krivec, D. Zercher Die Vorhersage von AUF-Tagen, Kosten und Länge des Rehabilitationsprozesses bei schweren Arbeitsunfällen mit psychischen Störungen als Unfallfolgen 2020-03-03 18:16:00
P. Bärenz, J. Krivec, D. Zercher

Die Vorhersage von AUF-Tagen, Kosten und Länge des Rehabilitationsprozesses bei schweren Arbeitsunfällen mit psychischen Störungen als Unfallfolgen

In: 21. Workshop Psychologie der Arbeitssicherheit und Gesundheit. Gewalt in der Arbeit verhüten und die Zukunft gesundheitsförderlich gestalten!, Asanger Verlag, 2020.